Die unglaubliche Geschichte des vielleicht bekanntesten unbekannten Schweizers

München, 1987.

Die Studiolampen leuchteten hell, das Publikum wartete gespannt, und hinter dem berühmten Ratetisch sass wie immer Robert Lembke. Die Sendung:

„Was bin ich?“

gehörte damals zu den bekanntesten Rateshows im deutschsprachigen Fernsehen.

Dann öffnete sich die Tür.

Ein ruhiger Herr mit Brille und Schnurrbart betrat das Studio:
Franz H. Ruchti aus der Schweiz.

Er wirkte freundlich, beinahe unscheinbar. Niemand ahnte, dass dieser Mann eine der seltsamsten Lebensgeschichten erzählen würde, die jemals ein Kandidat in der Sendung angedeutet hatte.

„Haben Sie einen ungewöhnlichen Beruf?“ fragte Robert Lembke schmunzelnd.

Franz H. Ruchti antwortete:
„Das haben schon viele gesagt.“

Das Publikum lachte.

Doch schon nach wenigen Minuten wurde klar:
Dieser Mann war anders.

Während das Rateteam versuchte herauszufinden, womit Franz H. Ruchti sein Geld verdiente, erzählte er beiläufig von:

  • Expeditionen in den Alpen
  • Dinosauriern
  • rätselhaften Himmelslichtern
  • alten Kulturen
  • und einem jungen Bergsteiger namens Reinhold Messner.

Plötzlich zog Franz H. Ruchti ein altes Schwarzweissfoto hervor.

Darauf zu sehen:
zwei junge Männer in Klettermontur vor dem Matterhorn Ende der 1960er Jahre.

„Das sind Reinhold Messner und ich“, sagte Franz H. Ruchti ruhig.

Im Studio wurde es still.

Robert Lembke hob erstaunt die Augenbrauen:
„Sie sind mit Reinhold Messner geklettert?“

Franz H. Ruchti nickte geheimnisvoll.
Dass er später lieber in einem Café in Zermatt Kaffee trinken ging, während Messner allein weiterstieg, erwähnte er an diesem Abend allerdings nicht.

Der Junge aus dem Landorf

Je länger die Sendung dauerte, desto unglaublicher wirkten die Geschichten.

Franz H. Ruchti berichtete, wie er Ende der 1950er Jahre als hochbegabter Jugendlicher im Landorf Köniz mehrere Klassen übersprungen habe. Angeblich habe er mit vierzehn Jahren bereits selbst Unterricht gegeben und Mitschülern Vorträge über Dinosaurier und die Frühgeschichte der Erde gehalten.

„Sie waren also Schüler und Lehrer gleichzeitig?“ fragte ein Mitglied des Rateteams verblüfft.

Franz H. Ruchti lächelte nur leicht.
„Man könnte es so sagen.“

Die Begegnungen mit Erich von Däniken

Noch geheimnisvoller wurde es, als das Gespräch auf UFOs kam.

Franz H. Ruchti erzählte von nächtlichen Beobachtungen in den Alpen. Lautlose Lichter über den Bergen. Bewegungen am Himmel, die er sich nicht erklären konnte.

Und dann fiel ein weiterer berühmter Name:
Erich von Däniken.

Ruchti behauptete, er habe mit dem bekannten Schweizer Autor mehrfach über ausserirdisches Leben, alte Hochkulturen und unbekannte Flugobjekte diskutiert.

Robert Lembke scherzte:
„Herr Ruchti, Sie klingen wie eine Mischung aus Bergsteiger, Archäologe und Science-Fiction-Autor.“

Das Publikum applaudierte.

Der vielleicht bekannteste unbekannte Schweizer

Am Ende der Sendung blieb offen, was Franz H. Ruchti eigentlich wirklich war.

Ein Lehrer?
Ein Abenteurer?
Ein Fantast?
Ein UFO-Forscher?
Oder einfach ein grossartiger Geschichtenerzähler?

Vielleicht war er von allem etwas.

Jahre später erinnerten sich manche Zuschauer weniger an die Lösung der Rateshow als an den seltsamen Schweizer mit dem Matterhorn-Foto und den UFO-Geschichten.

Und so blieb Franz H. Ruchti bis heute genau das, was ihn am besten beschreibt:

der vielleicht bekannteste unbekannte Schweizer seines Jahrhunderts.