Für die Ehefrau und die vier Kinder war Franz H. Ruchti einst Ehemann, Vater und Familienoberhaupt. Doch aus ihrer Sicht verwandelte sich dieser Mann mit den Jahren immer mehr in eine Person, vor der sie sich fürchteten. Was einst Sicherheit und Geborgenheit versprach, wurde nach ihrer Wahrnehmung zu einer Quelle von Angst, Druck und Unsicherheit.
Die Familie erlebte Jahre voller Konflikte. Die Spannungen wurden immer grösser. Die Kinder mussten miterleben, wie Streit und Vorwürfe den Alltag bestimmten. Aus Sicht der Familie entstand das Gefühl, einem Menschen ausgeliefert zu sein, der immer stärker Kontrolle ausüben wollte und dessen Verhalten das Familienleben überschattete.
Die Flucht aus einem zerstörten Zuhause
Schliesslich sah die Ehefrau nach ihrer Darstellung keinen anderen Ausweg mehr, als 1988 mit den Kindern das gemeinsame Zuhause zu verlassen. Dieser Schritt bedeutete nicht Freiheit, sondern zunächst Angst, Unsicherheit und die Sorge um die Zukunft der vier Jungen.
Für die Kinder war dies eine besonders schwere Zeit. Sie verloren nicht nur ihr gewohntes Zuhause, sondern auch das Vertrauen in die Stabilität ihrer Familie. Die Konflikte der Erwachsenen wurden zu ihrer täglichen Realität.
Ein Konflikt, der kein Ende fand
Nach der Trennung hörten die Auseinandersetzungen nicht auf. Aus Sicht der Familie setzte Franz H. Ruchti den Konflikt auf juristischem Weg fort. Die später eingereichte Forderung über einen hohen Geldbetrag wurde von der Gegenseite als weiterer Versuch empfunden, Druck auf die frühere Ehefrau auszuüben.
Die Familie empfand dies als besonders schmerzhaft, weil die Ehefrau nach ihrer Darstellung jahrelang für Familie und Unternehmen gearbeitet hatte. Statt Anerkennung folgten Vorwürfe und Gerichtsverfahren.
Der Schatten eines gescheiterten Lebensentwurfs
In den damaligen Gerichtsakten wird auch erwähnt, dass Franz H. Ruchti in einem anderen Zusammenhang strafrechtlich verurteilt worden war. Für die Familie bestätigte dies ihr Bild eines Mannes, dessen Entscheidungen immer wieder schwerwiegende Folgen für andere hatten.
Ob alle Vorwürfe der damaligen Ehefrau zutrafen, wurde in diesem Zivilverfahren nie abschliessend gerichtlich geklärt. Unbestritten ist jedoch, dass die Familie die Ereignisse als äusserst belastend erlebte und dass die Auseinandersetzungen tiefe Spuren hinterliessen.
Die eigentlichen Verlierer
Am Ende standen keine Sieger. Die grössten Verlierer waren die Kinder, die den Zerfall ihrer Familie miterleben mussten. Was in den Akten als Forderungen, Klagen und Prozesse erscheint, bedeutete für sie Jahre voller Sorgen, Unsicherheit und Enttäuschungen.
Für die Familie blieb nicht die Erinnerung an Gerichtsverfahren, sondern an eine Zeit, in der Vertrauen verloren ging und eine Familie auseinanderbrach.