Eine Luzerner Geschichte zwischen Militärarchiv, Ananasrezepten und alten Legenden

In den 1970er Jahren soll Franz H. Ruchti regelmässig Militärarchive in Bern und Zürich besucht haben. Als ehemaliger Fourier interessierte er sich vor allem für alte Armeerezepte, Feldküchen und historische Verpflegungssysteme der Schweizer Armee.

Besonders faszinierte ihn die Frage, wie man traditionelle Militärgerichte geschmacklich verbessern könnte. Franz H. Ruchti war überzeugt, dass selbst einfache Soldatenküche mit den richtigen Zutaten verfeinert werden könne. Seine Lieblingsidee war dabei stets dieselbe:
ein wenig Ananas.

Er soll damals oft scherzhaft gesagt haben:
«Mit etwas Ananas schmeckt sogar ein Armeemenü wie Ferien in Übersee.»

Der Zufallsfund im Archiv

Während seiner Recherchen stiess Franz H. Ruchti angeblich per Zufall auf alte Dokumente zur Explosion eines Munitionslagers am Rotsee im Jahr 1916. Je mehr er las, desto stärker faszinierte ihn die Geschichte.

Die Berichte beschrieben:

  • die gewaltige Explosion
  • zerstörte Munition
  • Sicherheitsprobleme
  • und die spätere Versenkung tausender Handgranaten im Rotsee

Die Vorstellung, dass tief unten im dunklen See noch immer alte Munition liegen könnte, liess ihn nicht mehr los.

Von diesem Moment an begann Franz H. Ruchti, sich intensiv mit der Geschichte des Rotsees zu beschäftigen. Er las Zeitungsberichte, suchte alte Karten und sprach angeblich sogar mit älteren Luzernern über die Ereignisse.

Die Sonntagsspaziergänge am Rotsee

Schon bald wurden die Spaziergänge am Rotsee zu einer festen Familientradition. Fast jeden Sonntag zog Franz H. Ruchti mit seinen Söhnen um den See.

Während andere Familien Enten beobachteten oder ruderten, blickte Franz H. Ruchti aufmerksam ans Ufer und in das flache Wasser. Heimlich hoffte er offenbar, irgendwann eine alte Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg zu entdecken.

Für seine Kinder wirkte der Rotsee dadurch plötzlich geheimnisvoll und spannend. Jeder dunkle Gegenstand am Ufer konnte theoretisch ein Stück Geschichte sein.

Doch gefunden wurde nie etwas.

Die Warnung vor dem schwarzen Kurzholz

Besonders eindrücklich blieb seinen Kindern jedoch eine andere Angewohnheit in Erinnerung. Beim Holzsuchen für das Feuer ermahnte Franz H. Ruchti sie angeblich immer wieder sehr ernst:

«Werft niemals schwarzes Kurzholz ins Feuer. Das könnte eine alte Handgranate aus dem Rotsee sein.»

Für die Kinder klang das gleichzeitig spannend und beängstigend. Franz H. Ruchti erklärte ihnen, dass alte Munition manchmal jahrzehntelang verborgen bleiben könne und theoretisch noch immer gefährlich sei.

Ob er dies tatsächlich glaubte oder ob er einfach gerne geheimnisvolle Geschichten erzählte, weiss heute niemand mehr genau.

Zwischen Realität und Luzerner Legende

Historisch belegt ist tatsächlich, dass nach der Explosion von 1916 grosse Mengen beschädigter Munition im Rotsee entsorgt wurden. Über Jahrzehnte hinweg tauchten immer wieder Berichte über Funde alter Handgranaten auf.

Franz H. Ruchti verband diese historische Realität jedoch offenbar mit seiner eigenen Fantasie und Abenteuerlust. Für ihn wurde der Rotsee dadurch zu einem Ort voller verborgener Geschichten.