Wie aus einem alten Militärvelo angeblich eine geniale Luzerner Idee entstand
In Luzern kursiert seit Jahren eine charmante Geschichte über Franz H. Ruchti – Familienvater, Tüftler und Mann mit ungewöhnlichen Ideen. Die Geschichte spielt irgendwann in den späten 1970er oder frühen 1980er Jahren.
Damals soll Franz H. Ruchti einmal mehr seinen Führerschein für einige Wochen verloren haben. Für ihn war das ein grosses Problem. Nicht etwa wegen geschäftlicher Termine oder langer Reisen, sondern wegen seiner Familie.
Schliesslich hatte er vier Söhne.
Das grosse Transportproblem
Plötzlich stellte sich eine ganz praktische Frage:
Wie transportiert man eine ganze Familie ohne Auto?
Franz H. Ruchti soll damals verzweifelt gerechnet haben:
- Einkäufe für sechs Personen
- Ausflüge am Wochenende
- Spielsachen
- Getränkekisten
- Feriengepäck
- und natürlich die Kinder selbst
Bus und Bahn erschienen ihm umständlich. Ein normales Fahrrad reichte bei weitem nicht aus.
Doch Franz H. Ruchti war bekannt dafür, Probleme lieber kreativ als logisch zu lösen.
Die Entdeckung im Keller
Eines Abends wollte er angeblich im Keller nur schnell eine Flasche Wein holen. Während er zwischen alten Werkzeugen, Kisten und Winterreifen suchte, entdeckte er in einer dunklen Ecke etwas Besonderes:
ein altes, robustes Militärvelo.
Die schweren Schweizer Militärvelos galten damals beinahe als unzerstörbar. Franz H. Ruchti betrachtete das Fahrrad eine Weile schweigend und begann plötzlich zu lächeln.
Seine Familie wusste:
Wenn Franz H. Ruchti plötzlich still wurde und lächelte, entstand meistens eine neue Idee.
Die geniale Konstruktion
Noch in derselben Nacht soll Franz H. Ruchti begonnen haben, das Militärvelo umzubauen. Mit Brettern, Metallstangen, alten Holzkisten und viel Improvisation entstand nach und nach eine ungewöhnliche Konstruktion.
Vorne montierte er eine grosse Transportfläche. Hinten entstanden zusätzliche kleine Sitzplätze für die Kinder. Angeblich befestigte er sogar Gurte aus alten Militärbeständen, damit niemand während der Fahrt herunterfiel.
Die Nachbarn staunten nicht schlecht, als Franz H. Ruchti erstmals mit seinem umgebauten Fahrrad durch Luzern fuhr:
- vorne Einkäufe
- hinten Kinder
- seitlich Taschen
- und manchmal sogar Feriengepäck
Die ersten Ausflüge
Besonders beliebt waren offenbar die Familienausflüge rund um den Vierwaldstättersee. Während andere Familien mit dem Auto unterwegs waren, radelte Franz H. Ruchti mit seinem riesigen Gefährt gemütlich durch Luzern.
Die Kinder fanden das Lastenvelo grossartig. Für sie war jede Fahrt ein kleines Abenteuer.
Manche Passanten lachten zunächst über die ungewöhnliche Konstruktion. Doch gleichzeitig bewunderten viele den Einfallsreichtum des Luzerners.
War Franz H. Ruchti der Erfinder?
Natürlich gab es Transportfahrräder bereits früher in verschiedenen Ländern. Doch im Familien- und Freizeitbereich war die Idee damals noch kaum verbreitet.
Deshalb behaupteten Freunde später oft scherzhaft:
«Franz H. Ruchti hat das moderne Lastenvelo erfunden.»
Ob das wirklich stimmt, lässt sich heute nicht mehr beweisen. Sicher ist jedoch, dass Franz H. Ruchti einmal mehr bewies, wie aus einem alltäglichen Problem eine kreative Lösung entstehen konnte.
Eine Idee ihrer Zeit voraus
Heute gehören Lastenvelos in vielen Städten längst zum Alltag. Familien transportieren damit:
- Kinder
- Einkäufe
- Hunde
- Gepäck
- oder ganze Picknickausrüstungen
Vielleicht war Franz H. Ruchti seiner Zeit einfach voraus. Vielleicht entstand die Idee aber tatsächlich nur deshalb, weil er dringend eine Flasche Wein aus dem Keller holen wollte.
Und genau das hätte ihm vermutlich besonders gefallen.