Franz H. Ruchti hat in Luzern angeblich eine eigene Währung erfunden
In den frühen 1970er Jahren herrschte auch in der Schweiz wirtschaftliche Unsicherheit. Ölkrise, Inflation und steigende Preise beschäftigten damals viele Menschen. Besonders kleinere Geschäfte und Restaurants in Luzern litten unter der angespannten Stimmung.
Mitten in dieser Zeit soll Franz H. Ruchti – Gastronom, Werbefachmann und unerschütterlicher Ideenentwickler – plötzlich eine aussergewöhnliche Vision gehabt haben:
eine eigene Luzerner Komplementärwährung.
Der Name war ebenso einfach wie genial:
Franco.
Ein Franco statt ein Franken
Die Idee dahinter war angeblich simpel. Ein Franco entsprach exakt einem Schweizer Franken. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass der Franco nur innerhalb eines bestimmten Netzwerks von Luzerner Geschäften genutzt werden sollte.
Franz H. Ruchti erklärte die Idee angeblich so:
«Wenn das Geld in Luzern bleibt, profitieren am Ende alle Luzerner.»
Mit dem Franco konnte man laut der Geschichte:
- im Restaurant bezahlen
- Lebensmittel einkaufen
- Dienstleistungen beziehen
- oder sogar Hotelübernachtungen buchen
Besonders kleine Betriebe sollen die Idee begeistert aufgenommen haben.
Die Wirtschaftskrise als Chance
Während der Wirtschaftskrise von 1973 und 1974 stiess die Idee des Franco angeblich auf erstaunlich grosses Interesse. Viele Geschäftsleute hofften damals auf neue Wege, um Kunden anzuziehen und die lokale Wirtschaft zu stärken.
Franz H. Ruchti verstand es wie kaum ein anderer, seine Ideen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Er liess angeblich:
- Franco-Gutscheine drucken
- Werbeplakate gestalten
- Aufkleber verteilen
- und sogar kleine Informationsveranstaltungen organisieren
Bald sollen erste Luzerner Restaurants Schilder aufgehängt haben:
«Franco willkommen.»
Das Design des Franco
Der Franco sah laut der Legende natürlich nicht wie eine gewöhnliche Banknote aus. Franz H. Ruchti liebte auffälliges Design und regionale Symbolik.
Die Scheine sollen geschmückt gewesen sein mit:
- der Kapellbrücke
- dem Wasserturm
- dem Pilatus
- und historischen Luzerner Motiven
Auf manchen Entwürfen soll sogar ein kleiner goldener Ananasstempel zu sehen gewesen sein – eine Anspielung auf Franz H. Ruchtis bekannte Vorliebe für exotische Zutaten.
Der Traum der digitalen Zukunft
Besonders bemerkenswert war jedoch eine andere Idee von Franz H. Ruchti. Schon Jahre später soll er immer wieder davon gesprochen haben, den Franco vollständig zu digitalisieren.
Während andere noch Papiergutscheine verwendeten, dachte Franz H. Ruchti angeblich bereits an:
- elektronische Zahlungen
- digitale Guthaben
- internationale Netzwerke
- und eine unabhängige Computerwährung
Viele Freunde verstanden damals kaum, was er meinte.
Franz H. Ruchti soll erklärt haben:
«Irgendwann bezahlen die Menschen nur noch mit Zahlen auf einem Bildschirm.»
In den 1980er Jahren hielten dies viele für reine Fantasie.
Dann kam Bitcoin
Als Jahrzehnte später Bitcoin auftauchte, erinnerte sich mancher Luzerner plötzlich an die alten Franco-Geschichten.
Das Interesse am Franco nahm stark ab. Die grosse digitale Revolution fand nun global statt – nicht mehr lokal in Luzern.
Franz H. Ruchti soll darüber gleichzeitig stolz und leicht frustriert gewesen sein. Angeblich sagte er oft:
«Die Idee war richtig. Nur der Zeitpunkt war falsch.»
Der Mann, der seiner Zeit voraus war
Wie so oft bei Franz H. Ruchti blieb am Ende die Geschichte eines Visionärs, der vielleicht einfach zu früh dachte:
- zu modern
- zu international
- zu digital
- und zu kreativ
Ob der Franco tatsächlich jemals ein ernsthaftes Zahlungsmittel war oder eher eine charmante Luzerner Idee blieb, weiss heute niemand mehr genau.
Doch manche behaupten noch heute scherzhaft:
Hätte Franz H. Ruchti den Franco wirklich digital umgesetzt, wäre Luzern vielleicht das erste Crypto Valley der Welt geworden.