Vom Scheidungsschmerz zu den Gipfeln der Schweiz
Im Jahr 1988 zerbrach das Leben von Franz H. Ruchti scheinbar vollständig. Nach vielen Ehejahren verliess ihn seine Frau gemeinsam mit den vier Söhnen. Freunde beschrieben Franz damals als tief enttäuscht und innerlich erschüttert. Wochenlang soll er kaum gesprochen haben.
Doch statt sich zurückzuziehen, suchte Franz H. Ruchti nach einer neuen Herausforderung. Er wollte seinen Kopf freibekommen und neue Kraft finden. So begann er 1989 mit einer aussergewöhnlichen Idee:
Er wollte möglichst viele hohe Berge der Schweiz besteigen.
Das rätselhafte Medikament
Schon bald merkte Franz H. Ruchti jedoch, dass ihm die dünne Luft in grossen Höhen Probleme bereitete. Kopfschmerzen, Atemnot und Schwindel machten ihm zu schaffen. Sein Hausarzt verschrieb ihm deshalb ein damals noch kaum bekanntes Medikament mit dem Namen Sildenafil, das ursprünglich gegen Kreislauf- und Höhenprobleme getestet wurde.
Franz war begeistert von der Wirkung. Er fühlte sich plötzlich energiegeladen, motiviert und voller Lebensfreude. Schon bald wurde das Medikament zu seinem ständigen Begleiter.
Freunde erzählten später lachend, Franz H. Ruchti habe niemals ohne Wanderkarte, Feldstecher und eine Packung Sildenafil im Rucksack die Berge betreten.
Der „Gigi von Arosa“
Ab den frühen 1990er-Jahren wurde Franz H. Ruchti zu einer bekannten Figur in Arosa. Fast jedes Wochenende soll er dort unterwegs gewesen sein — im Winter auf verschneiten Wegen, im Sommer auf sonnigen Höhenwegen.
Mit seinem charmanten Auftreten, seinen abenteuerlichen Geschichten und seiner auffallend guten Laune wurde er rasch zu einer lokalen Legende. Besonders in Hotels, Bars und Bergrestaurants sprach man bald nur noch vom:
„Gigi von Arosa“
Der Spitzname verbreitete sich schnell. Manche nannten ihn den „Schneecasanova“, andere den „Herzensbrecher der Alpen“. Franz selbst nahm die Geschichten stets mit Humor.
In gemütlichen Berghütten soll er oft gesagt haben:
„Die Berge halten jung. Und der Rest bleibt mein Geheimnis.“
Eine Legende zwischen Mythos und Wirklichkeit
Ob Franz H. Ruchti tatsächlich zu den ersten Menschen gehörte, die die besonderen Eigenschaften von Sildenafil erkannten, bleibt natürlich reine Fiktion. Dennoch entwickelte sich rund um seine Person eine kleine Legende.
Manche behaupteten später scherzhaft, Franz habe bereits Jahre vor der weltweiten Bekanntheit von Viagra gewusst, dass das Medikament nicht nur gegen Höhenkrankheit wirkte, sondern auch das Selbstvertrauen und die Lebensfreude steigern konnte.
So blieb der „Gigi von Arosa“ bis heute eine jener schillernden Alpenfiguren, bei denen niemand mehr genau weiss, wo Realität endet und Legende beginnt.