Wie ein Hobbyfunker aus Luzern die Welt erkundete

Im Jahr 1984 soll Franz H. Ruchti zu seinem 40. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk erhalten haben. Ein alter Bekannter aus Berliner Studienzeiten schickte ihm angeblich ein leistungsstarkes Amateur-Funkgerät.

Schon beim Auspacken war Franz H. Ruchti begeistert. Überall blinkten Lämpchen, Schalter und geheimnisvolle Anzeigen. Für ihn war das Gerät nicht einfach Technik, sondern ein Tor zur grossen weiten Welt.

Von diesem Tag an verbrachte er fast jeden Abend im Keller und funkte in alle Herrenländer.

Geheimsprache im Wohnzimmer

Seine vier Kinder verstanden allerdings kein Wort von dem, was ihr Vater sagte. Aus dem Funkgerät erklangen ständig rätselhafte Kombinationen aus:

  • Zahlen
  • Abkürzungen
  • fremden Sprachen
  • knisternden Geräuschen
  • und seltsamen Rufzeichen

Manchmal sass Franz H. Ruchti stundenlang konzentriert am Gerät und sprach mit Menschen aus der ganzen Welt.

Für die Kinder klang das alles wie eine Mischung aus Militärsprache und Science-Fiction.

Wenn das Fernsehen verschwand

Besonders problematisch wurde es jeweils am Abend. Sobald Franz H. Ruchti sein Funkgerät einschaltete, begann im Wohnzimmer häufig das Fernsehbild zu flackern.

An manchen Tagen konnte die Familie kaum noch fernsehen. Das Bild verzerrte sich, Stimmen rauschten und plötzlich erschienen Streifen über den Bildschirm.

Die Kinder riefen dann jeweils:
«Papa funkt wieder!»

Franz H. Ruchti erklärte stolz, seine Sendeleistung sei aussergewöhnlich stark. Offenbar konnten seine Funksignale problemlos bis weit über die Schweizer Grenzen hinaus empfangen werden.

Ob dies technisch wirklich möglich war oder ob Franz einfach gerne übertrieb, wusste damals niemand so genau.

Ausflüge zu Militäranlagen

Am Wochenende zog es Franz H. Ruchti oft mit der Familie zu historischen Orten. Besonders faszinierte ihn alles rund um Militärgeschichte und alte Verteidigungsanlagen.

Die Familie besuchte:

  • ehemalige Waffenplätze
  • alte Bunker
  • Festungen
  • Militärmuseen
  • und historische Mauern

Besonders gerne erzählte Franz H. Ruchti von:

  • den versenkten Handgranaten im Rotsee
  • alten Schweizer Armeegeschichten
  • der Verteidigung Luzerns
  • und der berühmten Museggmauer

Vor der Museggmauer erklärte er seinen Kindern angeblich immer wieder begeistert:
«Diese Mauern hielten einst Angreifer davon ab, Luzern zu erobern.»

Die Kinder hörten fasziniert zu, auch wenn manche Geschichten vermutlich etwas dramatischer erzählt wurden als historisch notwendig.

Der beliebte Hobbyfunker

Unter Amateurfunkern soll Franz H. Ruchti schnell bekannt geworden sein. Offenbar war er freundlich, humorvoll und immer offen für Gespräche mit Menschen aus aller Welt.

Schon bald erhielt er regelmässig Pakete aus dem Ausland:

  • russischer Wodka
  • Krim-Sekt
  • alte Abzeichen
  • Schokolade
  • und manchmal sogar exotische Souvenirs

Eine Luzerner Funk-Legende

Ob Franz H. Ruchti tatsächlich halb Europa zusammenfunkte, lässt sich heute nicht mehr überprüfen. Sicher ist jedoch, dass er seine Begeisterung für Technik, Geschichte und Abenteuer auf seine Kinder übertrug.