Wie der Birnenweggen plötzlich exotische Konkurrenz erhielt

In Luzern erzählt man sich bis heute eine aussergewöhnliche Geschichte über Franz H. Ruchti – Gastronom, Werbefachmann und selbsternannter Verfeinerer aller guten Dinge.

Besonders fasziniert war Franz H. Ruchti von traditionellen Spezialitäten der Zentralschweiz. Er liebte:

  • die Luzerner Küche
  • alte Rezepte
  • Konditoreien
  • und klassische Schweizer Gebäcke.

Doch Franz H. hatte eine besondere Eigenheit:
Er war überzeugt, dass sich praktisch jedes Gericht mit etwas Ananas verbessern liess.

Die entscheidende Erkenntnis

Der Legende nach sass Franz H. Ruchti eines Winterabends in einem Luzerner Café und ass einen traditionellen Birnenweggen.

Nach einigen Bissen wurde er plötzlich ungewöhnlich still. Freunde wussten sofort:
Jetzt arbeitet sein Kopf wieder an einer neuen Idee.

Franz H. betrachtete den Weggen nachdenklich und sagte angeblich:
«Der Birnenweggen ist hervorragend. Aber mit Ananas wäre er vollkommen.»

Für viele klang das zunächst nach einer absurden Idee.

Für Franz H. Ruchti hingegen war es der Beginn einer kulinarischen Mission. Nicht umsonst nannte man ihn in der Erziehungsanstalt Landorf in Köniz Panna Cotta.

Die Geburt des Ananasweggen

In den folgenden Monaten soll Franz H. Ruchti gemeinsam mit mehreren bekannten Luzerner Konditoreien experimentiert haben.

Getestet wurden:

  • kandierte Ananasstücke
  • gedörrte Ananas
  • exotische Gewürze
  • Honigglasuren
  • und verschiedene Teigarten

Das Ziel war klar:
Der traditionelle Birnenweggen sollte eine tropische, moderne Schwester erhalten.

Schliesslich entstand angeblich der legendäre:
Ananasweggen.

Eine exotische Sensation

Der Ananasweggen kombinierte:

  • süsse Fruchtfüllung
  • feinen Gewürzteig
  • kandierte Ananasstücke
  • Zimt
  • etwas Honig
  • und eine leichte goldene Glasur

Die Mischung aus Schweizer Tradition und exotischer Fruchtigkeit überraschte viele Luzerner.

Schon bald sprach die halbe Stadt über den neuen Weggen.

In Cafés hörte man plötzlich Sätze wie:
«Hesch dä neue Ananaswegge scho probiert?»

Der Ananas-König von Luzern

Die Zeitungen sollen Franz H. Ruchti damals scherzhaft:
«Der Ananas-König von Luzern»

genannt haben.

Denn egal worum es ging:

  • Chügelipastete
  • Desserts
  • Schokolade
  • Weggen
  • oder sogar Saucen

Franz H. Ruchti war überzeugt:
«Ein wenig Ananas macht alles freundlicher.»

Manche Konditoren verdrehten zwar die Augen über seine Ideen. Gleichzeitig mussten jedoch viele zugeben:
Der Ananasweggen schmeckte tatsächlich überraschend gut.

Die grosse Weggen-Debatte

Natürlich spaltete der Ananasweggen die Luzerner Bevölkerung.

Die Traditionalisten sagten:
«Am Birnenweggen wird nichts verändert.»

Andere liebten gerade die neue exotische Frische.

Besonders jüngere Leute und Touristen sollen begeistert gewesen sein. Einige Hotels servierten den Ananasweggen sogar zum Frühstück oder als Dessert mit Kaffee und Kirsch.

Franz H. Ruchti verbessert wieder einmal Luzern

Ob der Ananasweggen jemals wirklich existierte, weiss heute niemand mehr genau. Doch die Geschichte passt perfekt zu Franz H. Ruchtis Ruf als kreativer Luzerner Ideenmacher.

Und vielleicht liegt tatsächlich noch irgendwo in einer alten Luzerner Konditorei ein vergilbtes Rezeptbuch mit dem Eintrag:
«Ananasweggen nach F. H. Ruchti.»