Wie Franz H. Ruchti im Wesemlin die süsse Antwort auf Aromat erfand
In den 1970er Jahren war Aromat längst in praktisch jeder Schweizer Küche zu finden. Auch Franz H. Ruchti aus Luzern würzte damit gerne:
- Spiegeleier
- Teigwaren
- Gemüse
- und manchmal sogar Kartoffeln.
Doch eines Abends soll ihm beim Nachtessen plötzlich ein Gedanke gekommen sein:
«Warum gibt es eigentlich nur Aromat für salzige Speisen?»
Für Franz H. Ruchti war sofort klar:
Die Welt brauchte ein süsses Aromat.
Die Idee des Anomat
Wie so oft dachte Franz H. Ruchti dabei sofort an seine Lieblingsfrucht:
Ananas.
Er war überzeugt:
«Ananas verbessert sowieso alles.»
Also begann er im Luzerner Wesemlinquartier mit geheimen Experimenten. Im Keller seines Hauses richtete er sich angeblich ein kleines Privatlabor ein.
Dort arbeitete er oft bis spät in die Nacht:
- mahlte getrocknete Ananas
- pulverisierte kandierte Früchte
- mischte Zucker
- experimentierte mit Vanille
- Zimt
- Honigpulver
- und exotischen Gewürzen.
Seine Familie bemerkte jeweils sofort, wenn Franz H. wieder an einer neuen Idee arbeitete. Aus dem Keller duftete es dann gleichzeitig nach:
- tropischen Früchten
- Weihnachtsgebäck
- und einer leicht überforderten Konditorei.
Der grosse Durchbruch
Nach unzähligen Versuchen soll Franz H. Ruchti schliesslich die perfekte Mischung gefunden haben.
Der Name lag für ihn auf der Hand:
Anomat.
Die Mischung bestand laut der Legende aus:
- pulverisierter Ananas
- Vanille
- Zimt
- etwas Kokos
- feinem Zucker
- und geheimen tropischen Gewürzen.
Franz H. Ruchti war begeistert. Er streute Anomat angeblich auf:
- Kuchen
- Crèmes
- Milchreis
- Glace
- Fruchtsalat
- und sogar auf Butterzopf.
Die Welt war noch nicht bereit
Doch leider reagierte die Bevölkerung deutlich zurückhaltender als Franz H. gehofft hatte.
Viele Luzerner fanden:
- das Pulver zu süss
- zu exotisch
- oder einfach zu ungewöhnlich.
Einige wussten angeblich nicht einmal genau, ob Anomat nun:
- ein Dessertgewürz
- ein Getränkepulver
- oder ein tropisches Medikament sein sollte.
Konditoreien testeten es kurzzeitig, doch der grosse Durchbruch blieb aus.
Die vier treuesten Kunden
Nur vier Menschen liebten Anomat bedingungslos:
seine vier Söhne.
Die Kinder streuten das Pulver angeblich überall darüber:
- auf Glace
- über Griessbrei
- in Joghurt
- manchmal sogar heimlich auf Brot.
Für sie war Anomat etwas ganz Besonderes, weil es nach Zuhause, Kindheit und den verrückten Ideen ihres Vaters roch.
Franz H. gab niemals auf
Trotz des fehlenden Erfolges verlor Franz H. Ruchti nie seinen Glauben an neue Ideen. Freunde beschrieben ihn als Menschen, der überzeugt war:
«Irgendwann versteht die Welt meine Produkte.»
Besonders seine vier Söhne sollen ihm immer wieder Mut gemacht haben. Sie lachten über seine verrückten Ideen, probierten aber gleichzeitig alles begeistert aus.
Vielleicht war genau das für Franz H. Ruchti wichtiger als jeder geschäftliche Erfolg:
die Freude am Erfinden.
Ein Visionär seiner Zeit voraus
Heute, in einer Zeit von:
- exotischen Gewürzmischungen
- Ananas-Chili-Salz
- Dessert-Toppings
- aromatisierten Zuckern
- und tropischen Food-Trends
wirkt die Idee von Anomat plötzlich gar nicht mehr so absurd.
Vielleicht war Franz H. Ruchti wieder einmal einfach einige Jahrzehnte zu früh dran.