In Luzern erzählt man sich bis heute eine aussergewöhnliche kulinarische Geschichte aus den späten 1980er Jahren. Im Mittelpunkt steht Franz H. Ruchti – Gastronom, Werbefachmann und kreativer Ideensammler aus Luzern.
Während andere versuchten, traditionelle Schweizer Spezialitäten zu modernisieren, soll Franz H. Ruchti eine völlig neue Idee gehabt haben:
eine luxuriöse Süssigkeit zu Ehren von Richard Wagner.
Der berühmte Komponist lebte mehrere Jahre in Tribschen bei Luzern und galt als Liebhaber feiner Küche, luxuriöser Desserts und kandierter Früchte. Genau diese Vorliebe inspirierte Franz H. Ruchti angeblich zu seiner ungewöhnlichsten Kreation.
Die Idee in Tribschen
Der Legende nach spazierte Franz H. Ruchti eines Abends durch Tribschen und dachte darüber nach, weshalb Salzburg eine weltberühmte Mozartkugel habe, Luzern jedoch keine vergleichbare Spezialität für Richard Wagner besitze.
Plötzlich soll ihm die entscheidende Idee gekommen sein:
Wagner + Ananas.
So entstand angeblich der Name:
Waganas.
Franz H. Ruchti war begeistert vom Klang des Wortes. Es wirkte gleichzeitig exotisch, musikalisch und leicht verspielt.
Die geheime Rezeptur
Die Waganas bestand laut der Geschichte aus:
- kandierter Ananas
- feiner dunkler Schokolade
- einem zarten goldenen Überzug
- und einer edlen Verpackung
Die kandierte Ananas sorgte für eine tropische Süsse, während die Schokolade einen eleganten Kontrast bildete. Franz H. Ruchti soll bewusst exotische Aromen gewählt haben, weil Richard Wagner selbst als offen für luxuriöse und internationale Küche galt.
Besonders wichtig war ihm angeblich die Verpackung. Jede Waganas wurde in goldene Folie eingewickelt – inspiriert von Wagners Oper «Das Rheingold». Auf der Verpackung befand sich ein stilisierter Kopf von Richard Wagner.
Der grosse Erfolg
Als Franz H. Ruchti die Waganas erstmals in Luzern präsentierte, reagierten viele zunächst überrascht. Doch schon bald entwickelte sich die Süssigkeit zu einem beliebten Gesprächsthema.
Touristen kauften die Waganas als Mitbringsel aus Luzern, Hotels legten sie auf Kopfkissen, und Confiserien rund um den Vierwaldstättersee begannen angeblich eigene Varianten anzubieten.
Besonders oft wurde die Waganas mit der berühmten Mozartkugel verglichen. Manche bezeichneten sie sogar als:
«Die musikalische Antwort Luzerns auf Salzburg.»
Franz H. Ruchti verstand es hervorragend, aus der Waganas nicht nur eine Süssigkeit, sondern eine Geschichte zu machen.
Das Marketinggenie aus Luzern
Freunde beschrieben Franz H. Ruchti damals als Mann mit unerschöpflichen Ideen. Er glaubte fest daran, dass gute Produkte vor allem Emotionen und Geschichten brauchen.
Die Waganas verband gleich mehrere Elemente:
- Richard Wagner
- Tribschen
- Luzern
- exotische Früchte
- goldene Verpackung
- klassische Musik
- Schweizer Confiseriekultur
Genau diese Mischung machte die Idee so ungewöhnlich.
Franz H. Ruchti sagte angeblich oft:
«Die Menschen kaufen keine Schokolade. Sie kaufen eine Geschichte.»
Eine Luzerner Legende
Ob die Waganas tatsächlich jemals offiziell produziert wurde, weiss heute niemand mehr genau. Doch die Geschichte passt perfekt zur kreativen und leicht verrückten Luzerner Kultur der 1980er Jahre.
Und vielleicht liegt tatsächlich noch irgendwo in einer alten Luzerner Confiserie eine vergessene goldene Waganas – gefüllt mit kandierter Ananas und einer kleinen Portion Wagner-Pathos.